Die Botschaft des Töpfers und ihre falsche Anwendung / David Pawson & Wilfried Plock

Bestätigen oder widerlegen die Kapitel Jeremia 18 – 19 den Calvinismus?

Frei nach David Pawson

Jeremia 18

In Jeremia 18 wird berichtet, wie Jeremia in die Töpferwerkstatt gehen und dem Töpfer bei der Arbeit zuschauen soll. Der Töpfer stellt Gefäße her, abhängig von dem Ton, den er zur Verfügung hat.

Viele verstehen diese Kapitel so, als würde hier Gottes Souveränität in der Weise beschrieben, als würde Gott frei entscheiden, was er aus dem jeweiligen Ton machen würde.

Calvin baute seine Lehre von einer vorweltlichen, individuellen Erwählung zum Heil (oder Unheil) ganz stark auf auf Römer 9. Dort greift Paulus das Bild des Töpfers aus dem Propheten Jeremia auf.

Wir fragen: Bestätigen oder widerlegen Jeremia 18 – 19 den Calvinismus?

Das ist nicht die Botschaft, die der Prophet aus der Werkstatt mitnahm. Jeremia sah, dass der Töpfer die Absicht hatte, ein wunderschönes Gefäß zu formen. Aber, weil der Ton nicht gut unter seinen Händen lief, formte er einen neuen Klumpen daraus, warf ihn zurück auf die Töpferscheibe und formte einen dicken, groben Pott (18,4).

Gott fragte Jeremia, ob er die Lektion verstanden hatte? Wer hatte entschieden, was aus dem Ton werden sollte? Antwort: der Ton, weil er nicht so unter den Händen des Töpfers laufen wollte, wie es des Meisters Absicht entsprach.

Die Botschaft von Jeremia 18 lautet also: Gott wollte aus dem Ton ein schönes Gefäß machen, aber weil der Ton sich widersetzte, entstand am Ende ein hässlicher Pott.

Gott ließ Israel damals durch diese Botschaft ausrichten, dass das Volk zu diesem späten Zeitpunkt immer noch umkehren und ein schönes Gefäß werden könne, das er ursprünglich herstellen wollte.

Wir sehen hier – und überall in der Bibel – eine dynamische Beziehung zwischen Gott und seinen Leuten. Gott hat keine Marionetten geschaffen und in vorweltlichen Dekreten bestimmt, was diese tun sollten. Gott ist kein deterministischer Gott. Vielmehr erwartet er eine bereitwillige Antwort von uns. Er möchte gerne etwas Großartiges aus uns machen – wenn wir uns ihm nicht widersetzen.

Jeremia 19

Das Gleichnis vom Töpfer beinhaltet noch eine weitere Belehrung. Der hässliche Ton-Pott wurde gebrannt und wurde so hart, dass er nicht mehr verändert werden konnte. Dann musste Jeremia diesen Pott nehmen, zerbrechen und auf die Abfallhalde im Tal Ben-Hinnom werfen (19,10-11).

Gott sagt damit Folgendes: Wenn wir unsere Herzen verhärten, erreichen wir eines Tages den Punkt, wenn sie nicht mehr in ein wundervolles Gefäß verändert werden können! Dann werden wir zerbrechen.

Gott möchte das nicht. Er zieht es vor, etwas Schönes aus uns zu machen – und wenn wir uns nicht widersetzen, dann wird er es tun.

2019-01-10T09:16:12+02:00